Dr. phil. Eckehard A. Hilf
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  • Peter Harting (Sonntag, 27. Januar 2013 22:30)

    Das vollständige Gedicht zum Zitat auf Seite 358:

    Gesang der Geister über den Wassern

    Des Menschen Seele Gleicht dem Wasser:
    Vom Himmel kommt es,
    Zum Himmel steigt es,
    Und wieder nieder
    Zur Erde muss es,
    Ewig wechselnd.

    Strömt von der hohen,
    Steilen Felsenwand
    Der reine Strahl,
    Dann stäubt er lieblich
    In Wolkenwellen
    Zum glatten Fels,
    Und leicht empfangen,
    Wallt er verschleiernd,
    Leisrauschend
    Zur Tiefe nieder.

    Ragen Klippen
    Dem Sturz entgegen,
    Schäumt er unmutig
    Stufenweise
    Zum Abgrund.

    Im flachen Bette
    Schleicht er das Wiesenthal hin,
    Und in dem glatten See
    Weiden ihr Antlitz
    Alle Gestirne.

    Wind ist der Welle
    Lieblicher Buhler;
    Wind mischt vom Grund aus
    Schäumende Wogen.

    Seele des Menschen,
    Wie gleichst du dem Wasser!
    Schicksal des Menschen,
    Wie gleichst du dem Wind!

    Johann Wolfgang von Goethe
    (Lauterbrunnen, Berner Oberland, 9.-11. Oktober 1779)

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